11.07.2019

Schröder klagt an

Nachwuchsfußball: Ausgeschlossenes Vereinsmitglied des 1. SC Göttingen 05 berichtet über Schikanen und Mobbing

Fühlt sich schlecht behandelt: Bernhard Schröder

Vor etwa einem Monat nahm Bernhard Schröder, einst Fußballprofi bei Fortuna Köln und dem 1. SC Göttingen 05, Kontakt zur Gökick-Redaktion auf. Er fühlte sich von seinem Verein 1. SC Göttingen 05 schlecht behandelt. Vor allem die Ausgrenzung und Behandlung seines Sohnes Max erregte ihn offensichtlich. Gökick traf sich mit dem ehemaligen Nachwuchs-Trainer der SVG Göttingen und des 1. SC Göttingen 05 und hörte ihm zu. Hier das Gesprächs-Protokoll:

Gökick: Hallo Bernhard, in welcher Angelegenheit wendest du dich an den Gökick?

Bernhard Schröder: Ich möchte, dass die Öffentlichkeit einmal erfährt, mit welchen Intrigen und Methoden der 1. SC Göttingen 05 unbequeme und kritische Mitglieder loswerden möchte und das sogar auf dem Rücken der ihm anvertrauten Kinder austrägt.


Gökick: Schwere Vorwürfe. Was ist passiert?

Bernhard Schröder: Mit Schreiben vom 3. Juni hat der Vorstand des 1. SC Göttingen 05 mitgeteilt, dass er beschlossen hat, die gesamte Familie Schröder, also meine Frau, meinen Sohn Max und mich, aus dem Verein auszuschließen.


Gökick: Was hast du verbrochen, dass der Verein ein solch scharfes Schwert schwingt?

Bernhard Schröder: Die Vorwürfe, die als Gründe angegeben wurden, sind haltlos und nicht belegt. Man wirft mir vor, schwer gegen die Interessen des Vereins verstoßen zu haben und mich grob unsportlich verhalten zu haben. Außerdem soll ich zahlreiche Mitglieder bedroht und beleidigt sowie mit der Denunzierung – weswegen auch immer – von Mitgliedern gedroht haben. Ich soll zudem Einfluss auf die Autorität der Jugendtrainer genommen haben und während der Jugendveranstaltungen Alkohol getrunken haben. Komisch ist in diesem Zusammenhang nur die Tatsache, dass wegen meiner angeblichen Verfehlungen auch mein Sohn Max in Sippenhaft genommen wird und den Verein verlassen muss. Als ehemaliger Spieler erhält er sogar Hausverbot. Er weiß gar nicht, was er sich vorwerfen soll. Hier sieht man, wo der Hase im Pfeffer liegt.


Gökick: Was meinst du damit?

Bernhard Schröder: Ich bin mir sicher, dass unser Ausschluss undemokratisch ist. Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen. Ich kann jede einzelne Vorhaltung widerlegen. Ich bin mir sicher, dass hier kritische Mitglieder ausgeschlossen werden sollen. Da muss ich kurz ausholen: Als ich in der Vorsaison noch Trainer bei der SVG für den Jahrgang 2008 war, sprach mich Jan Steiger auf dem großen Herren-Turnier in der S-Arena an, ob ich nicht mit meiner kompletten Mannschaft zu 05 wechseln wolle. Beim ersten Treffen mit Thorsten Richter beim Italiener klang das alles sehr gut. Besonders der Leistungsgedanke und die Talentförderung stießen bei mir auf offene Ohren, schließlich war auch ich einst Profi und spielte später für 05 in der zweiten Liga. Dann erklärte mir Thorsten Richter ein Finanzierungsmodell, bei dem die Eltern helfen könnten. Vom Rabatt, den Sputniks Sportshop dem 1. SC Göttingen 05 einräumt – es war die Rede von 40% - sollten 30 % in die Finanzierung der Mannschaft und 10% auf ein Rücklagenkonto für die Unterstützung sozial benachteiligter Kinder fließen. Auch das fand ich in Ordnung. Auf der Jahreshauptversammlung 2018 nun fragte ich als Mitglied des Vereins, wie groß der Betrag auf diesem Rücklagenkonto schon sei. Finanzvorstand Hartwig Vogelsang kannte ein solches Konto nicht, Thorsten Richter erklärte hoch errötet, die Frage sei unzulässig, weil dazu kein Antrag vorliege. Seither stand meine Familie offensichtlich auf der Abschuss-Liste.

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