So kann man es sich gefallen lassen. Man kommt als Spieler von SC Hainbergs IV. vorm Spiel in die Kabine und findet alles perfekt vorbereitet. Die Trikots hängen nach Nummern geordnet, die Massagebank lädt zum Verweilen ein, Bananen als Mineralstoffspender sowie kleine Fläschchen Actimel als Aktivator fürs Immunsystem liegen griffbereit. Und – so empfangen - wähnten sich die Spieler des SC wie vor einem Spiel in den obersten Ligen vor ausverkauftem Haus. All das wurde professionell von Lothar Hädrich vorbereitet, der damit der Mannschaft einen phantastischen Start in den Morgen bescherte: Danke Lothar!!!

Von Sebastian Kloppmann (SC Hainberg IV)

Aber auch für die Ohren und damit die Stimmung der Spieler war gesorgt. Aus dem Kabinenghettoblaster erschallt Neuestes – und das sehr laut – von den Fa-Fa- Fantastischen Vier und sorgte somit ebenfalls für den richtige Einstimmung. Besser kann es einem Fußballer der 2. Kreisklasse nicht ergehen.

Nicht ganz so pha-pha-phantastisch wie der Start in der Kabine, verliefen dann jedoch die ersten Minuten des Spiels. So mühsam wie sich die Strahlen der Sonne erst allmählich ihren Weg durch den herbstlichen Frühtau bahnten, so mühsam versuchten die Mannen von Teamchef Jockel Lohse, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Bei tiefem Geläuf und holprigem Boden lief zunächst nicht viel zusammen. Zwar brachten die Hainberger den Ball meist problemlos bis zum Strafraum der Gäste, doch dann trafen sie auf das Abwehrbollwerk der Rosdorfer, die sich darauf spezialisiert hatten, denn Ball unkontrolliert aus der eigenen Hälfte zu bugsieren. Und obwohl sich im Mittelfeld zentral Filigrantechniker Christos Gouloudis und Marco Küster sowie auf den Außenpositionen Lars Heuermann und Björn Waltemathe redlich mühten, nur selten erreichte das Spielgerät die Spitzen Olli Gräbel und Lukas Dannenberg. Ein Schuss von Olli Gräbel auf das Gästetor sowie ein Pfostentreffer von Lukas Dannenberg waren dann auch die Highlights aus Hainberger Sicht. Mit 0:0 ging es in die Pause.

Coach Jockel Lohse reagierte. Er tauschte auf den Seiten durch: Babba Koppmann spielte nun auf rechts, Mührat Bayri sollte auf der linken Seite für mehr Druck sorgen. Und als ob man an einem Schalter gedreht hätte. Plötzlich kam Ordnung ins Spiel. Der Spielaufbau erfolgte zunehmend strukturiert und die in blau-schwarz spielenden Gastgeber kamen nun nach flüssigen Kombinationen mehrfach zu guten Chancen. Belohnt wurde der neue Spielfluss dann auch mit einem schön herausgespielten Tor, doch Schiri Bruhl entschied – völlig unberechtigt – nach „Zuruf“ auf Abseits und erkannte den verdienten Treffer nicht an. Die Männer von den Zieten-Terrassen ließen sich dadurch jedoch nicht entmutigen. Ein Angriff nach dem anderen rollte nun auf das Tor der Rosdorfer. Und wie so oft schon war es Torjäger Olli Gräbel, der nach schöner Vorarbeit von Nils Hocke und Christos Gouloudis in der 52. Min. zum 1:0 einschob.

Auch die nächsten beiden Treffer zum 2:0 und zum 3:0 (Foulelfmeter in der 61. Min.) gingen auf den „Deckel„ von Olli Gräbel, der damit in neun Minuten einen astreinen Hattrick erzielte. An den schönen Ballstafetten, die zur diesen Treffern führten, waren Guido Hübner, Ole Fröhlich, Axel Bachmann, Muhrat Bayri, Lukas Dannenberg und Reinhard Penno beteiligt.

Der Widerstand der Gäste war nun vollends gebrochen, sie versuchten lediglich, den Schaden zu begrenzen. Dennoch schenkte – erneut nach schöner Kombination – Marko Küster nach, indem er den Ball aus 11 Metern Entfernung über den Gästetorwart zum 4:0 ins Tor hob.

Anschließend hielt Schiri Bruhl dann noch ein Gastgeschenk für die Rosdorfer bereit und krönte damit seine mi-mi-miserable Leistung. Ein angeblicher „Abseits“-Ruf von Frank Wolahny ahndete er mit einer gelben Karte und einem indirekten Freistoß für Rosdorf von der 5-Meter Linie, der zum 4:1 Anschlusstreffer führte.

Nachdem Olli Gräbel nach schöner Vorarbeit von Lukas Dannenberg zum 5:1 getroffen hatte, kam der große Auftritt von Marco Küster. In der 83. Min. hämmerte er das Leder nach Vorlage von Olli Gräbel aus spitzem Winkel im Lothar-Emmerich-Gedächtnis-Style aus 24 Metern hammerhart zum 6:1 Endstand in den Torwinkel, so dass sich die Zuschauer verwundert die Augen rieben, dass bei diesem brachialen Kunstschuss weder Ball, Tor noch Netz Verletzungen erlitten. Pha-pha-phantastisch: Tor des Monats November – Glückwunsch Marco!

Ein verdienter Sieg mit Anlaufschwierigkeiten, der dann in der Kabine mit Lothars Actimel, von Guido spendiertem Geburtstagsbier (Glückwunsch nachträglich) und dem Dröhnen aus der Box gefeiert wurde: „Fa-Fa-Fantastisch!“

Von der rechten Seite: Babba Kloppmann

Das Hainberger Team:

Frank Wolany, Lars Heuermann, Guido Hübner, Björn Waltemathe, Ole Fröhlich, Sebastian Kloppmann, Nils Hocke, Axel Bachmann, Marko Küster, Christos Gouloudis, Oliver Gräbel, Mührat Bayri, Reinhard Penno, Guido Hübner; Teamchef: Jockel Lohse, Manager: Ferdinand Knauf, Betreuer: Wolfgang Thiele; Bereiter des Erfolgsambientes: Lothar Hädrich