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AUSZEICHNUNGSVERANSTALTUNG AM VERGANGENEN SONNTAG IN WALKENRIED

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Die Auszeichnung passt zu einem Mann, dessen Fußballgeschichte eng mit dem Südharz verbunden ist. Olaf Jödicke ist Deutschlands Amateur des Jahres der Saison 2025/26. Der 63-Jährige wurde am vergangenen Sonntag vor dem Heimspiel des VfB Südharz gegen den SV Blau-Weiß Bilshausen geehrt. Der 1:0-Sieg des Gastgebers geriet dabei fast zur Nebensache. Mehr als 150 Zuschauer sorgten für einen würdigen Rahmen. (Spielbericht)
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Überreicht wurde der Pokal von Ronny Zimmermann, DFB-Vizepräsident für den Amateurfußball. Für Olaf Jödicke ist die Ehrung aus mehreren Gründen besonders. Er ist nicht nur der erste Niedersachse, der zum Deutschlands Amateur des Jahres gewählt wurde. Zugleich ist er der Jubiläumssieger. Die bundesweite Wahl wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgetragen.
Jödickes Verbindung zum Fußball in Walkenried reicht Jahrzehnte zurück. In den erfolgreichen Jahren des früheren SV Südharz Walkenried arbeitete er sechs Jahre als zweiter Torwart und Co-Trainer unter Andreas Petersen. Damals spielte der Verein mit Unterstützung eines örtlichen Autohauses von 1995 bis 2007 in der viert- beziehungsweise fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Auch Nils Petersen, der spätere Bundesligarekordjoker, gehörte zu dieser Fußballgeschichte. Als Kind saß er bei Auswärtsfahrten häufig auf dem Schoß von Olaf Jödicke.
Nach dem Tod des Sponsors im Jahr 2007 veränderte sich die Fußballwelt in Walkenried grundlegend. Das Autohaus verschwand ebenso wie der frühere Verein. 2017 schloss sich der SV Südharz mit dem Nachbarklub aus Bad Sachsa zum VfB Südharz zusammen. Aus den früheren Auftritten in der Oberliga Niedersachsen/Bremen oder der Niedersachsenliga Ost wurde Fußball in der 1. Kreisklasse Göttingen-Osterode.
Eine Konstante blieb jedoch: Olaf Jödicke.
Auch mit 63 Jahren steht er regelmäßig im Tor der ersten Herrenmannschaft. Darüber hinaus trainiert er die G-Junioren und kümmert sich als Platzwart um die Sportanlage. Seine Aufgaben im Verein reichen damit weit über den Spielbetrieb hinaus. Er organisiert, hilft, repariert und ist zur Stelle, wenn Unterstützung benötigt wird.
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Besonders beeindruckend ist sein Weg zurück auf den Fußballplatz. Im Jahr 2021 erlitt Olaf Jödicke zwei Herzinfarkte und musste sich einer schweren Bypass-Operation unterziehen. Neun Monate später kehrte er wieder zum Fußball zurück. Für seinen Einsatz wurde er nun bundesweit ausgezeichnet.
Auch Lars Deiters, Bürgermeister der Gemeinde Walkenried, würdigte bei der Ehrung die Bedeutung von Olaf Jödicke für den Ort. Ralph-Uwe Schaffert, Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, hob ebenfalls dessen außergewöhnliches Engagement hervor. Ronny Zimmermann verwies zudem auf die klare Entscheidung bei der Abstimmung.
Die Wahl von Deutschlands Amateur des Jahres erfolgt in mehreren Schritten. Bewerbungen können von den Fußballern selbst eingereicht werden, ebenso sind Vorschläge möglich. Dabei floss die Berichterstattung von Gökick über „Molli“, wie er von Fußballfreunden genannt wird, mit in die Bewerbung ein. Aus den Bewerbungen entsteht eine Auswahl, über deren Sieger anschließend online abgestimmt wird. Eine Jury mit prominenten Mitgliedern wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf sowie den Nationalmannschaftskapitänen Giulia Gwinn und Joshua Kimmich entscheidet gemeinsam mit den Nutzern von FUSSBALL.de über die Gewinner bei Männern und Frauen.
Für Olaf Jödicke bedeutet die Auszeichnung allerdings keinen Abschied vom Fußball. Im Gegenteil. Gemeinsam mit seiner Frau Janette nahm er die Ehrung entgegen und stellte klar, dass er seine Aufgaben im Verein und auf dem Platz weiterführen will.
Und so dürfte in Walkenried auch nach der besonderen Ehrung vieles beim Alten bleiben. Olaf Jödicke wird weiterhin zwischen den Pfosten stehen, die G-Junioren betreuen und sich um die Sportanlage kümmern. Deutschlands Amateur des Jahres bleibt damit vor allem eines: ein Mann, der dem Fußball in Walkenried seit Jahrzehnten verbunden ist.
