In unregelmäßigen Abstand werden auf unserem regionalen Fußballportal verschiedene Autoren versuchen, besondere Geschehnisse der regionalen Fußballszene satirisch zu beleuchten. Denn Woche für Woche jubeln oder leiden viele Fußballfreunde auch im Amateursport mit ihren Vereinen. Und gerade dort passieren mitunter Dinge, die einfach nur belächelt werden können. Die einen werden über die Beiträge schmunzeln, andere vielleicht getroffen reagieren. Allen Lesern rufen wir zu: Es ist doch nur Satire!

So werden Zielvorgaben umgesetzt: Der 1. SC Göttingen 05, vor drei Jahren vom Göttinger Unternehmer Michael Wucherpfennig reißerisch mit dem Slogan „2015 – One team, one dream“ mit dem Ziel, in dieser Saison in der Regionalliga zu spielen, an den Start gegangen, hat in der vergangenen Woche mit der dritten Niederlage nacheinander in der – man vergleiche – Landesliga bewiesen, wie die Verantwortlichen und Spieler diesen Wahlspruch ihres ehemaligen Präsidenten deuten. 

Dass nur eine Herren-Mannschaft 2015 an den Start geht, haben die Macher des schwarz-gelben Vereins schon geschafft. Ein Reserve-Team wurde nicht gemeldet. Für den Wunsch Wucherpfennigs nach „One team“ können Vorstand und Berater-Stab des 1. SC Göttingen also einhundertprozentige Erfüllung nachweisen. Gut, wenn Ziele erfüllt werden! 
Auch bei der Durchführung von Wucherpfennigs Vorgabe nach „one dream“ scheint der neue Verein aus dem Maschpark auf einem guten Weg zu sein. Beim letzten Heimspiel gegen das Team aus der 4.987 Einwohner zählenden Ortschaft Calberlah träumte nicht nur die 05-Hintermannschaft beim 0:1 bedenklich, auch die Zuschauer hingen gemeinschaftlich dem Traum von besseren 05-Zeiten nach. Während der gähnend langweiligen 90 Minuten war viel Zeit zum Träumen. Offensichtlich setzte sich das Szenario auch in Braunschweig fort, als die Abwehr des von Arunas Zekas betreuten Teams weiter träumte. Die Stürmer von Gegner Vahdet Braunschweig, die zuvor insgesamt dreimal getroffen hatten, nutzten die Schlafmützigkeit zu vier Toren. Offensichtlich ließen sich auch die Fans von Göttingen 05 anstecken, denn als diese scheinbar noch von ihrem kürzlich vom DFB verliehenen Julius-Hirsch-Preis träumten, ließen sie sich von vermummten Anhängern eines anderen Fußballvereins zwei ihrer Fan-Symbole entwenden. 
Rekapituliert: Der 1. SC Göttingen 05 hat die Zielvorgaben seines ersten Vereinspräsidenten Michael Wucherpfennig wunschgemäß umgesetzt. Nur mit der Regionalliga hapert es ein wenig. Aber sechste anstatt vierte Liga, ist doch nur knapp daneben, oder?

Foto: Agentur

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