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Manchmal kann Fußball ungerecht sein: da ist man im Sommer für viele recht unerwartet aufgestiegen, kommt nach vielversprechenden Leistungen in den Vorbereitungsspielen vor dem offiziellen Pflichtspielauftakt voller Euphorie zur heimischen Sportanlage, freut sich auf einen schönen Nachmittag - und muss sich dann erstmal mit konfliktträchtigen Problemen auseinandersetzen, die einem Energie und Spaß rauben. Wechseln wir die Stimmungslage und berichten lieber von zahlreichen positiven Begebenheiten des Nachmittags. Die neu formierte Bovender Mannschaft begann mit sechs Sommertransfers in der Startelf und übernahm von Beginn an die Kontrolle über das Spielgeschehen.
Von Daniel Vollbrecht (Bovender SV)
Der Ball lief zumeist recht sicher in den eigenen Reihen, Keeper Nima Eslamis Aufgaben beschränkten sich über die komplette Spielzeit hinweg im Wesentlichen auf das Dirigieren seiner Vorderleute, verbunden mit seiner mittlerweile schon legendären Anfeuerung: „Laurens, mach Stress!“ Alternativ im Repertoire: „Bancé, mach Stress!“, „Timo, mach Stress!“ oder „Helge, mach Stress!“. Zuviel Stress führt leicht zum Burnout, doch die Flamme der Leidenschaft (Credits für diese Formulierung gehen an mich selbst) überstrahlte das ganze Spielfeld: Felix und Timo rackerten als extrem offensive Dreierketten-Spieler emsig die Linie rauf und runter, während Innenverteidiger „Rob“ Hahne den gegnerischen Angreifer bereits nach 20 Minuten zur Weißglut brachte: „Der Typ holt jeden Ball, scheiße.“
Im Mittelfeld funktionierte auf der „6“ das Duo aus Zweikampfterrier Nico Veit und seinem eher filigranen Nebenmann Julien „Bancé“ Renno, der den Ball gut auf die vordere Mittelfeldreihe Laurens Kreißig, Dominic Reimann und Kevin Hartmann verteilte. Diese wiederum warfen ihre Dribbel- und Kombinationssicherheit in die imaginäre Waagschale, sodass Helge Kaden in gewohnter Wuseligkeit alle seine Freiheiten nutzen durfte – und konnte! Moritz Gieße macht es anscheinend nicht mehr unter drei Toren. Auch heute steuerte er drei Treffer bei, außerdem trafen Remi (sein zweites Kopfballtor in dieser Saison) und Helge, der bei seinem Abschluss endlich das längst überfällige, hoch verdiente Glück für sich reklamierte. Die gesamte Defensivarbeit funktionierte besser als noch gegen den SCW, allerdings standen die Gäste auch sehr tief und ließen uns beim Spielaufbau viele Freiheiten. Sirics allenfalls sehr vorsichtiges Lob in der Teambesprechung konnte nachträglich modifiziert werden. „Unsere Dreierkette hat…wie soll ich sagen… eher nur ab und zu funktioniert“, mahnte Simo vorab an. Während sich die Siric-Family inklusive der unter den Zuschauer befindlichen Söhnen Marko und Stefan über einen souveränen Sieg freute, weilte Andreas Riedel in Sülbeck, um den ersten Punktspielgegner zu beobachten. Der Inbegriff von Professionalität! Nach Abrechnung aller Spesen und Auslagen für die Schiedsrichter bleibt der Bezirkspokal zwar nach wie vor ein Zuschussgeschäft, aber alleine für die nächtlich komponierte Gesangseinlage unserer Mannschaft hat sich der Aufwand gelohnt:
„Erste Runde Dosluk Spor, zweite Runde Freilos…
In Südharz schellt das Telefon…
Vielleicht nach Grone, vielleicht nach Weende,
Vielleicht nach SVGeeee… eine Woche Kiessee.
Bezirkspokaaal, Bezirkspokaaaal, Bezirkspokaaal.“
Mal schauen, welcher Gegner auf uns in der 3. Runde am 24.08. wartet.
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