Northeim/Göttingen. Patrick Hofmann war auf dem Sprung beim FC Eintracht Northeim. Als einer der überschaubaren "echten" Northeimer im Kader der U23, absolvierte er die Vorbereitung bei der Oberligamannschaft, lieferte solide Leistungen in der Bezirksligamannschaft ab und schien nach langer Verletzungszeit seinen Weg zu machen. 


Nun wechselt Hofmann scheinbar zu GW Hagenberg nach Göttingen. Beide Clubs verhandeln nur noch die Details. Die Frage bleibt im Raum, warum es immer wieder aufstrebende Jungs ohne sittliche Verbesserung nach Göttingen zieht. 

Dieser Transfer könnte sinnbildlich für eine ganze Reihe Spieler stehen, die ihrem Heimatclub, nicht nur in Northeim, den Rücken kehren um den Scheinen zu folgen!

Selbstwertgefühl, nur noch über Bezahlung?

Was im Profisport von Spielern wie derzeit Julian Draxler vorgelebt wird, ist längst auch im Amateursport angekommen. Der Vergleich mit Draxler hakt aber an der Stelle, da Draxler zumindest neben den finanziellen, auch ein Interesse an sportlicher Weiterentwicklung hegt. Parallelen gibt es hingegen bei Zusagen und kurzfristigen Wechseln. Im Falle Draxler, dessen Vertrag ursprünglich über fünf Jahre ging, ebenso wie in der Bezirksliga, oder im Göttinger Raum bereits bis weit in die Kreisebene hinein. Ein Kontakt über Facebook, ein Geldangebot und schon wird doch noch das Trikot gewechselt. 

Soweit, so normal. Unmittelbar vor Saisonstart sind diese Art der Transfers besonders schmerzvoll. Und im Umgang der Clubs untereinander ist Stil dann doch nur als Stock am Besen bekannt!

Umso erstaunlicher, dass es noch charakterstarke Jungs gibt, die an ihrem Club hängen. Bei Eintracht die U23 und in der Region als Beispiel TuSpo Weser-Gimte oder auch der SC Hainberg. 

Gesamtentwicklung nicht möglich

Es wird sich so schnell nichts ändern am großen, gegenseitigen Abwerben. Die wechselnden Kurzzeitinvestoren machten in den letzten Jahren eine positive Gesamtentwicklung des Fußballs in der Region faktisch unmöglich und erzeugten lediglich diverse Wanderzirkuse. 

Doch Eintracht Northeim tut gut daran, am eingeschlagenen Weg der U23 festzuhalten. Statt mit überzogenen Gehältern perspektivisch auf eine sportliche und charakterliche Entwicklung der jungen Spieler zu setzen und ihnen über eine gute Betreuung und überzeugende Konzepte den Weg zu ebnen.  
Der Traum von „11 Freunde müsst ihr sein“, er lebt zumindest bis zur Bezirksliga weiter!  

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