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BOVENDENS JUGEND-TRAINER SIMON KNIPPER HÖHRT AUF
Nach mehreren Jahren an der Seitenlinie verschiedener Jugend-Mannschaften des Bovender SV endet die Amtszeit von Simon Knipper. Der Trainer hat seinen Rücktritt nach reiflicher Überlegung und zahlreichen Gesprächen erklärt. Ausschlaggebend sind nach seinen Angaben gesundheitliche Einschränkungen, die eine Fortsetzung der intensiven Aufgabe nicht mehr zulassen.
„Meine gesundheitlichen Einschränkungen haben eine Weiterführung dieser intensiven Aufgabe leider nicht mehr zulassen“, schreibt Simon Knipper in seiner Mitteilung an Spieler, Eltern und Vereinskollegen. Er ergänzt, dass er die Aufgabe nicht mehr „mit der Hingabe und dem zeitlichen Aufwand“ ausüben könne, den er von sich selbst verlange und erwarte.
Deutliche Kritik an Teilen der Elternschaft
In seinem Rücktrittsschreiben spricht Simon Knipper auch einen Vorfall innerhalb der Elternschaft an. Er sei „maßlos“ enttäuscht darüber, dass ein kleiner Teil der Eltern seine gesundheitlichen Probleme in der Vergangenheit ins Lächerliche gezogen oder diese sogar abgesprochen habe.
Besonders wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang der Stellenwert des Ehrenamtes. „Das Ehrenamt ist kein Dienstleistungsbetrieb!“, betont Simon Knipper. Er warnt davor, den Einsatz ehrenamtlicher Trainer als kostenlos und selbstverständlich anzusehen. Ohne den nötigen Respekt und die entsprechende Dankbarkeit könne es künftig schwerer werden, Menschen für diese Aufgaben zu gewinnen.
Dabei verweist der scheidende Trainer auf den erheblichen Aufwand hinter der Arbeit mit einer Jugendmannschaft. Trainingspläne, taktische Überlegungen, Aufstellungen, Gespräche, Fahrten und organisatorische Aufgaben gehörten ebenso dazu wie die Betreuung der Spieler über den Fußball hinaus.
Drei Titel als besondere Bilanz
Bei aller Enttäuschung richtet Simon Knipper seinen Blick vor allem auf die gemeinsame Zeit mit seiner Mannschaft. Seine sportliche Bilanz fällt dabei bemerkenswert aus. Gemeinsam mit seinen Spielern feierte er drei Titel.
Dazu zählen ein Kreispokalsieg auf dem Rasen sowie zwei Kreismeistertitel in der Halle. Diese Erfolge seien etwas Besonderes, denn zuvor habe es diese Titelkombination beim Bovender SV noch nicht gegeben.
„Ich bin unfassbar stolz auf euch!“, richtet Simon Knipper seine Worte an die Spieler. Der ganz große Erfolg blieb der Mannschaft allerdings verwehrt. Der Aufstieg gelang trotz der sportlich erfolgreichen Jahre nicht.
Seinen Dank richtet Simon Knipper ausdrücklich an den größten Teil der Elternschaft. Er spricht von einer „großartigen und respektvollen Unterstützung über die ganzen Jahre“.
Bovender SV bedauert Rücktritt
Der Bovender SV bedauert den Abschied seines langjährigen Jugend-Trainers. Der Verein würdigt die Arbeit von Simon Knipper nicht nur aus sportlicher Sicht.
„Er hat die Mannschaft seit mehreren Jahren begleitet und die Spieler sportlich sowie menschlich weiterentwickelt“, erklärt der Bovender SV. Von den Problemen innerhalb der Elternschaft habe der Verein erst erfahren, nachdem Simon Knipper seinen Rücktritt bereits mitgeteilt hatte.
Der Verein räumt ein, dass er in diesem Fall früher hätte eingreifen können. „Sonst hätten wir dort früher interveniert bzw. das gemeinsame Gespräch zwischen Trainer und Eltern initiiert“, heißt es in der Stellungnahme. Die Verantwortlichen betonen zugleich: „Denn miteinander reden ist immer besser, als am Ende vor einem Scherbenhaufen zu stehen.“
Der Verein will das Thema nach den Schulferien aufgreifen. Fußball-Abteilungsleiter Daniel Vollbrecht wird zum Saisonbeginn das Gespräch mit den Eltern suchen. Dabei soll auch die klare Haltung des Bovender SV vermittelt werden, dass herabwürdigende Äußerungen im Verein keinen Platz haben.
Hugo Rank übernimmt mit Daniel Kuhs und Jens Bäte
Sportlich ist die Nachfolge bereits geregelt. Hugo Rank war bereits vor dem Rücktritt von Simon Knipper als Mitglied des neuen Trainerteams vorgesehen. Nun wird er die A-Jugend gemeinsam mit Daniel Kuhs und Jens Bäte leiten.
Simon Knipper wünscht seinem Nachfolger ausdrücklich viel Erfolg. Auch Daniel Kuhs, Jens Bäte und Michael Koziolek verbindet er in seinem Rückblick mit einem Dank für die gemeinsame Zeit auf und neben dem Platz.
Für den Bovender SV ist der Abschied damit nicht zwingend ein endgültiger. Daniel Vollbrecht berichtet von einem weiterhin konstruktiven Austausch mit dem bisherigen Trainer. „Ich habe mit Simon lange telefoniert und er sich eine Arbeit im Verein in anderer Funktion ab dem neuen Jahr durchaus vorstellen kann“, erklärt der Abteilungsleiter. „Wir sind also weiterhin in einem konstruktiven Austausch.“
