„Vielen Dank für nichts, Männer!“, so die einerseits humorvolle Aussage, aber andererseits auch mitschwingende Enttäuschung von Ü40-Teamchef Jockel Lohse beim Zuprosten nach diesem verkorksten Auftritt der alten Herren bei der Niedersachsenmeisterschaft. Tatsächlich: Dieses Abschneiden war nicht von Erfolg gekrönt. Vielleicht hätte man es ja auch ahnen können, denn nachdem die Mannschaft erst ca. 30 Minuten vor Spielbeginn in Uelzen ankam, wanderte ein Großteil von ihnen zum Umkleiden orientierungslos an allen Kabinen vorbei Richtung einer weit entfernten Tennishalle, in dem Glauben, dort Umziehmöglichkeiten zu finden.

Von Sebastian Kloppmann
Sie mussten zurückgerufen werden, das Umziehen fand auf der Wiese statt und bis zum Anstoß gegen den TuS Güldenstern Stade blieben gerade einmal zehn Minuten zur Erwärmun. Vielleicht hätte man das schon als Sinnbild dafür nehmen können, dass es nicht zu einem erfolgreichen Ende kommen würde. Fahrig begann die erste Sieben des SC auf Kleinfeld, ungewöhnlich viele Fehlpässe, kein wirklicher Zugriff auf das Spiel, Torchancen Fehlanzeige – zumindest auf der Seite des SC. Anders die Männer aus Stade, die sich die eine oder andere Torchance erarbeitete, wobei Christian Westensee nicht zu überwinden war. 0:0 zur Pause. Danach ging es nicht viel besser weiter – auffallend war die ungewohnte Unruhe in der Mannschaft, vielleicht einerseits dadurch bedingt, dass man merkte, dass es nicht wie gewünscht lief, vielleicht auch unterstützt durch eine überaus schlechte Schiedsrichterleistung . Nach dem Spiel begnügte man sich damit, dass hinten die Null stand. „Mund abputzen und weiter.“ lautete die Devise.
Das zweite Spiel gegen den Hagener SV aus dem Osnabrücker Land, ließ sich zunächst durchaus besser an und die Hainberger kamen vereinzelt zu Chancen, was Hoffnung auf ein erfolgreiches Abschneiden nährte. Als dann die Hagener überraschend durch einen Weitschuss aus 20 Metern ins linke obere Toreck mit 1:0 in Führung gingen, riss im Spiel der Hainberger der Faden. Im Folgenden ließ man sich zunehmend durch die erneut miserable Leistung des Schiedsrichters irritieren. Die Nerven lagen zunehmend blank und so sah Michael Röttcher wegen Meckerns fünf Minuten nach dem Wechsel die Rote Karte. Seine Kritik – wenn auch nicht wirklich Rot würdig formuliert – schwächte in der Konsequenz die Mannschaft. Auch wenn engagiert weiter gespielt wurde, der Ausgleich gelang nicht mehr und so wurden die ersten Gesichter schon länger, weil man wusste, dass nun gegen den Titelverteidiger und hohen Turnierfavorit Hannover 96 unbedingt ein Sieg her musste, um nicht vorzeitig nach Hause fahren zu müssen.
In der Hoffnung, dass dies gelingen könnte, startete die nun durch die Sperre von Micha Röttcher geschwächte Mannschaft engagiert in die Partie und kam begünstigt durch eine zunächst scheinbar nicht alles gebenden 96-Mannschaft – die zu diesem Zeitpunkt schon sicher für das Viertelfinale qualifiziert war – auch zu guten Chancen. Und wenn Olli Gräbel auch nur eine seiner sich ihm bietenden Chancen so verwertet hätte, wie man es von ihm kennt, so hätte die Mannschaft des SC gut und gerne drei Treffer erzielen können. Aber wie jeder Fußball-Fan weiß, „was du vorne nicht reinmachst, rächt sich hinten..“ und so nutze dann 96 eiskalt einen Konter zum 1:0. Von da an bot die SC-Mannschaft das, was sie auch in den vorangegangenen Spielen gezeigt hatte. Als dann Aco Pelesic nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte sah, erlosch durch diese weitere Schwächung des Teams jede Hoffnung auf einen Erfolg der Hainberger. Das 96-Team nutzte das geschickt aus und kam in der Folge zur 4:0-Führung. Einzig der Anschlusstreffer von Kirjan Krauss nach einer Ecke von Olli Aha, sorgte dafür, dass der SC nicht ohne ein geschossenes Tor die Heimreise antreten musste. 96 irritierte das wenig und erzielte kurz vor Schluss noch das 5:1. Ende – Aus – das war kein Ruhmesblatt für den SC – und Jockel Lohse fasste treffend zusammen: „Vielen Dank für nichts.“

Mit dabei für den SC: Jockel Lohse, Kirjan Kraus, Aco Pelesic, Frank Wohlany, Olli Hille, Roman Müller, Olli Aha, Olli Gräbel, Christian Westensee, Lutz Wegener, Michael Röttcher, Kirjan Krauß, Hermann Fuge, Guido Hübner, Sebastian Kloppman, Betreuer: Wolfgang Thiele