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Die Nerven beim FC Lindenberg Adelebsen, am vergangenen Doppelspieltag zweimal zu Hause in Spitzenspielen gegen Seulingen und Hagenberg unterlegen, liegen offensichtlich blank. Nach Platz drei im vergangen Jahr und dem Aufstieg der beiden vor dem FC platzierten Teams Bergdörfer und Bovenden, wollte man in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen, liegt aber aktuell nach vier Spielen mit nur vier Punkten auf Platz acht des Kreisliga-Klassements. Nun kam es während des Spiels gegen Hagenberg am Sonntag (2:4) zu einer folgenschweren Auseinandersetzung zwischen Vorstand und dem neuen Torwart Moses Ojugo.
Vor der Saison hatte man Moses als Rückkehrer vom Oberligisten 1. SC Göttingen 05 gefeiert. Nun scheint das Tischtuch zwischen den Vereinsverantwortlichen und dem Keeper zerschnitten. Moses schildert die Angelegenheiten in einem Gespräch mit Gökick-Online wie folgt: Der FC Lindenberg Adelebsen zahlt für seine Kicker in der Kreisliga keinerlei Aufwandsentschädigung. Allerdings werden die Spieler, wenn möglich, mit Ausrüstungsgegenständen unterstützt. Auch Moses hatte man das zugesagt. Besonders die Handschuhe sind für einen Torwart dabei von großer Bedeutung. Wochenlang, seit seinem Wechsel und dem Beginn der Vorbereitung hätte Guido Sievers, der Lindenberger Vereins-Vorsitzende, Moses aber bei der Anschaffung neuer Handschuhe vertröstet. Unmittelbar vor dem Spiel gegen Hagenberg erhielt Moses nun neue Handschuh, die aber drei Nummern zu groß gewesen wären. Das sei aus Moses´ Sicht der Hauptgrund gewesen, warum ihm an diesem Tage vier bis fünf Bälle durch die Hände gerutscht waren. Nach dem Abpfiff der ersten Halbzeit, als man 0:2 zurücklag, war es dann zu einem Dialog zwischen dem Spieler und seinem 1. Vorsitzenden gekommen. Moses hätte nach eigenen Angaben, für alle in der Nähe stehenden Zuschauer hörbar, gerufen: „Hast du nun gesehen, wie es mit deinen neuen Handschuhen läuft? In meinen Augen seid ihr ein Scheißverein.“. Moses selbst wüsste, dass diese Aussage natürlich nicht korrekt, aber aus der Entwicklung der Angelegenheit bis dahin zu erklären war. Als der Torwart in der zweiten Halbzeit die Handschuhe seiner Nummer zwei auslieh, hielt er nach eigenen Aussagen tadellos.
Worüber sich Moses allerdings enttäuscht zeigte, sei das Verhalten der Anhänger des FC in der zweiten Halbzeit, unter denen auch die Vorstandsmitglieder gewesen sein sollen. Sie sollen den Torwart permanent beschimpft haben. Als Grzegorz Podolzcak sein drittes Tor kurz vor Ende der Partie geschossen hatte, sei diesem der Kragen geplatzt. Anstatt zu jubeln sei er zur Lindenberger Anhängerschaft gelaufen und hätte lautstark das Ende der Beschimpfungen gefordert. Die Vorstandsmitglieder hätten vorher tatenlos dem Treiben zugesehen. Die Angelegenheit war für Moses Anlass, unmittelbar nach dem Spiel zu erklären, dass er für den FC Lindenberg Adelebsen nicht mehr spielen wolle. Am Abend hätte er per Einschreiben seine Abmeldung mit Bitte um Freigabe zur Winterpause abgeschickt. Sein Trainer Björn Nolte, so Moses im Gespräch mit Gökick-Online, hätte erst am Morgen danach aus den Medien von der Angelegenheit erfahren. Über eine Suspendierung seitens des Vereins hätte er bis dahin nichts gewusst. „Es passt einfach nicht!“, äußert sich Moses zur Beziehung zum FC. Er möchte aber weiterhin Fußball spielen und betont, dass er natürlich einen neuen Verein sucht.
Philipp Kokars, Pressesprecher des FC Lindenberg Adelebsen, bestätigte Gökick-Online gegenüber, dass der Torwart der Lindenberger auf Vorstandsbeschluss bis zur nächsten Sitzung am 7. Oktober vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert wurde. Der Grund hierfür sei die Aussage des Torwarts in der Halbzeitpause des Spiels Lindenberg gegen Hagenberg „Ihr seid ein Scheißverein!“ gewesen. Von einer Kündigung Ojugos wisse er nichts, bisher könne er einen Eingang nicht bestätigen. Vom Verein gebe es demnächst eine Stellungnahme zur Angelegenheit mit den Handschuhen, bis dahin will man sich nicht offiziell äußern. Kokars bestätigte jedoch den von Ojugo geschilderten Inhalt des Dialogs zwischen Guido Sievers und Moses Ojugo in der Halbzeitpause. Zu den weiteren Vorfällen am Sonntag könne er sich jedoch nicht äußern, weil er persönlich zu weit vom Geschehen entfernt stand.