Als wäre er nie gealtert, sprintet Rüdiger „Turbo“ Schulz, in Richtung Grundlinie. Die wie an der Schnur gezogene, präzise Flanke des 52-jährigen, ehemaligen Oberliga-Spielers des 1. SC Göttingen 05 – damals noch die dritte Liga in Deutschland - verwertet Veljko Resman per Hechtflug-Kopfball im Tor der Barteroder Auswahl. Dieses Traum-Tor allein entschädigte alle Zuschauer, die am Montag-Abend den Weg zum Barteroder Sportplatz gefunden, für ihren Aufwand. Aber die ehemaligen Fußballidole längst vergangener Zeiten um Ex-Hannover96-Profi Tobias Dietrich, zeigten noch viel mehr. Am Ende gewann das Team der beiden gutaussehenden Trainer Kurt Krauss und Helmut Hinberg verdient, doch vom Gegner stark gefordert mit 7:4 (4:3). 

Im Tor der Traditionsmannschaft stand Jungbrunnen Rolf-Dieter „Rolli“ Hartmann. In der Abwehr sorgten Hainbergs Ex-Trainer Carsten Langar, Rhume-Trainer Tobias Dietrich, 05-Nachwuchstrainer John Deike und Spartas-A-Jugend-Coach Andreas Heimbüchel für Sicherheit. Dennoch wurde der Schnelligkeitsverlust mit fortgeschrittenen Alter auch bei ihnen deutlich, was auf Barteroder Seiten vor allem der A-Jugend-Landesliga-Spieler Carlos Mücke auszunutzen wusste. So viele Gegentore, wie am Montag schluckt Rolli Hartmann normalerweise nicht, aber gerade in der ersten Halbzeit liefen die Gegner zu oft auf ihn allein zu. Obwohl vier ausgebildete Trainer in der Abwehrkette spielten, sollte sie nicht korrekt funktionieren. Erst als sich Andreas Heimbüchel als Libero etwas fallen ließ, stand die Abwehr der ehemaligen Fußballhelden besser. Im Mittelfeld sorgten Sparta-Trainer Esmir Muratovic, Sudheims Coach Rüdiger Schulz und Seulingens Trainer Ercan Beyazit für geordnetes Angriffspiel, unterstützt von Stephan Hartje, Veljko Resman und Özcan Beyazit. Und vorn wirbelten Kirjan Krauss und Ali Karakaya. Gegen solche geballte Fußballkunst fanden auch die tapfer kämpfenden Barteroder kein Mittel. Zwar konnten Thomas Kudwien, einst für den RSV Göttingen 05 am Ball, und später Heimbüchel-Sohn Marcel läuferisch den in die Jahre gekommenen 05-Spielern Paroli bieten, doch zeigte sich wieder einmal, dass Athletik allein keine Fußballspiele entscheidet. Immer wieder konnten sich die Schwarz-Gelben spielend aus brenzligen Situationen befreien. Und wenn doch ein Barteroder durchbrach, dann war meist Rolli Hartmann zur Stelle. Am Ende gewann der herzlich empfangene Gast verdient mit 7:4. Die Tore für das ehemalige Aushängeschild des Fußballs in der Region Südniedersachsen schossen zweimal Veljo Resman, zweimal Esmir Muratovic, zweimal Özcan Beyazit und Ali Karakaya. Für die Gastgeber trafen Thomas Kudwien, Sascha Brünning, Mirko Mücke auf Vorlage seines Sohnes und Mario Gerelt. Insgesamt ein schön anzuschauendes Spielchen, nicht ohne Ehrgeiz, allerdings gänzlich ohne Aggressionen und – zum Glück – ohne Verletzungen. Dafür sorgte nicht zuletzt Betreuer Jürgen Güllenbeck, der bei den Oldies in Schwarz-Gelb manche Blessur pflegte. An der Theke des Barteroder Sportplatzes wurde später bei einem Glas Bier manche Episode aus besseren Fußballzeiten den staunenden Zuhörern dargeboten.
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