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Keine andere Regionalliga wird so sehr durch brisante Derbys geprägt wie die Regionalliga Nordost. Große Traditionsvereine wie Chemie Leipzig, Lok Leipzig, Rot Weiss Erfurt, Carl Zeiss Jena, FSV Zwickau und der Chemnitzer FC machen die Nordost-Staffel so interessant. Der Erstplatzierte duelliert sich nach Saisonende gegen den Erstplatzierten aus der Regionalliga Bayern um den Aufstieg in die 3. Liga.

Carl Zeiss Jena vs. Rot Weiss Erfurt – Das Thüringen-Derby

Gerade einmal 40 Kilometer trennen die Städte Jena und Erfurt voneinander. Das Verhältnis beider Vereine ist traditionell sehr angespannt. Schon zu DDR-Zeiten galt Carl Zeiss Jena als der privilegierte Akademiker-Verein, während Rot Weiss Erfurt als Arbeiterverein bekannt wurde. Die Rivalität ist geprägt durch gegenseitige Abneigung und Provokationen beider Fanlager. Folgerichtig sind die direkten Duelle stets Hochrisikospiele mit einem massiven Polizeiaufgebot.

Beide Klubs rutschten nach der Wende sportlich ab und treffen regelmäßig in der Regionalliga oder in der 3. Liga aufeinander. In der laufenden Saison kam es am 28.11.2025 zum bisher letzten direkten Duell. An einem bitterkalten Freitagabend behielt RWE mit einem 3:1 die Oberhand. Jena spielte vor allem in der ersten Halbzeit desolat, sodass der Derbysieg verdient nach Erfurt ging. Mit dem gleichen Resultat endete auch das Thüringen-Derby im April 2025. Dieser Sieg war übrigens der erste Erfurter Derbysieg seit September 2017.

Wer als Favorit in das nächste Aufeinandertreffen im Mai 2026 geht, lässt sich sehr gut an den Wettquoten ableiten. Eine Übersicht über die Buchmacher bieten Webseiten für Wetten ohne LUGAS im Vergleich. In der Tabelle stehen beide Mannschaften diese Saison sehr gut da. Jena auf Platz zwei und Erfurt auf dem dritten Platz sind die ersten Verfolger von Spitzenreiter Lok Leipzig.

BSG Chemie Leipzig vs. 1. FC Lokomotive Leipzig – Leipziger Stadtderby

Die Rivalität zwischen Chemie Leipzig und Lok Leipzig zählt zu den emotionalsten Rivalitäten im deutschen Fußball. Chemie Leipzig war ursprünglich der Arbeiterverein und steht bis heute für ein typisches Underdog-Image. Der größte Erfolg der Chemiker ist der Gewinn der DDR-Meisterschaft im Jahr 1964. Lok Leipzig war sportlich deutlich erfolgreicher. In der Saison 1986/1987 erreichte Lok sogar das Finale des Europapokals der Pokalsieger. Damals verlor man gegen Ajax Amsterdam nur knapp mit 0:1. 

Um das Jahr 1990 hat sich die Rivalität durch Namensänderungen, Existenzkrisen und hitzige Aufeinandertreffen deutlich verschärft. Kern der Rivalität ist aber nicht das sportliche Abschneiden, sondern die komplett unterschiedlichen Fanszenen. Chemie-Fans sind stark links-alternativ geprägt und setzen sich für ein offenes Weltbild ein. Lok Leipzig hatte dagegen viele Jahre mit einer problematischen Außendarstellung zu kämpfen, was der Klub bis heute nicht ganz ablegen konnte. Erst im August sorgte der Verein in der 1. Runde des DFB-Pokals für negative Schlagzeilen, als der Schalker Christopher Antwi-Adjei rassistisch beleidigt wurde. Dafür wurde Lok mit einer Geldstrafe und einem Zuschauerausschluss sanktioniert.

Sportlich hatte Lok in der jüngeren Vergangenheit häufig die Oberhand. Auch die beiden Derbys 2025 gingen einmal mit 2:0 und einmal mit 0:3 an die Blau-Gelben. Während Lok Leipzig in dieser Saison wieder einmal um den Aufstieg in die Drittklassigkeit spielt, kämpft Chemie Leipzig um den Klassenerhalt.

FSV Zwickau vs. Chemnitzer FC – Das Sachsenderby

Bei Zwickau gegen Chemnitz geht die Rivalität ebenfalls bis auf die DDR-Zeit zurück, das liegt vor allem an der regionalen Nähe. Beide Städte trennen nur knapp 35 Kilometer. Der FSV Zwickau wurde als Werksverein des Automobilwerks Sachsenring bekannt. Dadurch hat man bis heute das Arbeiterimage behalten. Der Chemnitzer FC gilt als Gegenentwurf, auch weil man aus einer deutlich größeren Stadt stammt. Zu DDR-Zeiten wurde Chemnitz staatlich unterstützt und hatte folgerichtig den Anspruch, der größere Fußballverein zu sein. Wie viele andere große Vereine aus der ehemaligen DDR kämpfen beide Klubs seit den 1990er Jahren mit Abstiegen und finanziellen Problemen.

Sportlich stecken beide seit mehreren Jahren in der Regionalliga Nordost fest. Demzufolge kam es seit der Saison 2023/24 jede Saison zu zwei Sachsenderbys. In der laufenden Spielzeit gewann der FSV Zwickau das Heimspiel souverän mit 4:0. Der letzte Derbysieg von Chemnitz datiert vom 31. März 2024, damals gewannen die Himmelblauen mit 2:0. In der Tabelle rangiert Zwickau mit 28 Punkten auf dem vierten Platz. Aufgrund der guten Hinrunde darf man sich in Zwickau noch leise Aufstiegshoffnungen machen. Chemnitz befindet sich nach 16 Spielen auf Rang 10 und damit im Niemandsland der Tabelle.