Teammanagerbericht: FSG Weser/Verna. (F)

Autor: Jens Wolf

09.04.2019

Punkteteilung mit ganz bitterem Beigeschmack.

Kreisliga Göttingen Osterode | Teammanagerbericht FSG Weser/Verna. (F)

Das dritte Spiel der Rückrunde fand in Denkershausen statt. Wir haben uns hier schon immer schwer getan, da die Gastgeberinnen kein leichter Gegner sind und der momentane Tabellenplatz dies nicht wiederspiegelt. Doch sportlich war es an diesem Spieltag nicht.


Eine besondere Rolle sollte heute der Schiedsrichter einnehmen. Bereits bei der Passkontrolle, kein nettes Wort, sondern provokante Aussagen. Spielerinnen wurden angemotzt warum sie kein Trikot anhaben, er müsse die Rückennummern kontrollieren, ließ sich aber von niemandem auch nur im Ansatz die Nummer auf dem Rücken zeigen. Also zogen wir uns brav die Laibchen über und versuchten mit etwas nettem Charme die Situation zu besänftigen. Ich finde es schon immer etwas fragwürdig, wenn der „unparteiische“ im Kreis der Gastgeber die letzten Minuten vor dem Spiel verbringt und sich dort seiner Jacke entledigt. Kann man cleverer machen, aber OK. Das Spiel begann recht ruhig und beide Mannschaften hatten ihre Momente und Möglichkeiten. Melissa setzte sich rechts sehr gut durch, fand aber mit Ihrer Hereingabe keine Abnehmer. So waren wir ein paar mal gut in Schlagdistanz konnten aber nicht den nötigen Treffer erzielen. Denkershausens Torfrau parierte den ein oder anderen Ball ordentlich und hielt damit die Gastgeberinnen im Spiel. Coach Wolf war nicht erfreut über die vielen Ballverluste bei der Annahme und forderte von seinem Team Verbesserung. Der Schiri nahm einen solchen Kritikpunkt zum Anlass, sich vorm Trainer auf zu bauen und ihn anzuschreien. 


Der übliche Wortlaut, „Reißen Sie sich zusammen, ich entscheide, sonst mache ich einen Bericht!“. Hoffentlich hält er Wort. Das Wolf seine Spielerinnen ansprach und nicht ihn, schien ihm egal zu sein. Alle Beteiligten bemühten sich um Kontrolle. Einwürfe wurden nicht angezeigt. Wer den Ball zuerst hat darf werfen, war die Devise am heutigen Tag. Aber beim Spielerwechsel wurde akribisch vorgegangen. Eine Aktive bemerkte: „Schreibt er jetzt ein Fax?“ und brachte damit auf beiden Seiten geschmunzel. Torlos trennten sich beide Teams in der ersten Hälfte. Nach dem Pausenpfiff ging es schnell. Mit Druck spielten wir gut nach vorn und als Lea und Gina an der Torfrau scheiterten, sorgte eine Gastgeberin, mit dem missglückten Versuch den Ball zu klären, für unseren Führungstreffer. Nun wurde das Spiel etwas ruppiger und der (un)-parteiische tat sein Bestes dies auf einer Seite zu übersehen. Zwei-drei mal mussten sich unsere Spielerinnen selber schützen indem sie über das gestreckte Bein sprangen, das ihnen sowohl von der Seite als auch von hinten in die Beine gefahren wurde. Kein Pfiff! Okay muss man mit leben. Als Trainer hat man einen Spielerwechsel beim Schiedsrichter anzumelden. Dieser entscheidet ob gewechselt werden darf oder nicht. Soweit die Theorie. Coach Wolf bittet den Schiri wechseln zu dürfen, keine Reaktion. Zwei drei weitere Versuche, keine Reaktion. Beim fünften Versuch die Aussage: „Na Wechsel doch endlich!“ im gewohnt cholerischen Tonfall. Kein Handzeichen, kein Nicken nur ein verbaler Ausraster, mal wieder. 

Dann war Sophia mit einem Dribbling aus dem Mittelfeld auf und davon, wurde kurz ins straucheln gebracht, hielt sich aber auf den Beinen und krachte dann mit einer Denkershäuserin zusammen. Hier hätte ganz klar das erste Foul gepfiffen werden müssen, der Pfiff blieb aber aus. Wenig später erneut ein Foul an Sophia, auf Höhe der Mittellinie. Auch hier kein Pfiff, nicht einmal eine Unterbrechung weil sie verletzt liegen blieb. Auch Denkershausen machte keine Anstalten den Ball ins Aus zu spielen. Nach über einer Minute dann eine Unterbrechung, aber nicht wegen der Verletzung sondern aus einer anderen Spielsituation heraus. Trainer Wolf, bewaffnet mit Eisspray und Schmerzsalbe, bat den Schiedsrichter den Platz betreten zu dürfen, denn das macht man so. Vier Versuche und Anfragen lang ignorierte Herr Schiedsrichter dies, bis er erneut auf Wolf zeigte und ihn anschrie: „Und DU betrittst den Platz nicht! Du nicht!“ Nachfrage: „Ist das Dein Ernst!?“ Antwort: „Du nicht!“ Hinweis: „Wenn Du das machst, zeige ich Dich an wegen unterlassener Hilfeleistung!“ Reaktion: „Sie verlassen sofort den Platz! Ordner, der muss runter!“ Noch zwei drei Hinweise, dass er da eine blöde Entscheidung trifft und Wolf verlässt zähneknirschend und sichtlich angefressen den Platz. Der herbeigerufene Ordner beruhigt Ihn und bat seine Aussage an, wenn es nötig sei, denn so ein Verhalten geht gar nicht. Wenig später wurde Melissa aufs übelste von den Beinen geholt und konnte nicht weiter spielen. Der Bluterguss über das komplette Schienbein ließ schlimmes erahnen, bestätigte sich aber zum Glück nicht. Hier kein Pfiff, keine Karte fürs Foul, lieber gelb zeigen fürs Beschweren, typisch.
Um seine Macht ausreichend unter Beweis zu stellen, entschied er das Spiel dann auch noch mit einem fragwürdigen Elfmeterpfiff. Anja im Laufduell mit der gegnerischen Stürmerin nach langem Pass, kann den Ball sauber zur Seite klären, doch der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Unfassbar, denken selbst die Gastgeber.


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