09.10.2018

100 Tage im Amt

Landesliga: Interview mit dem neuen SVG-Trainer Dennis Erkner

Er ist in der Tat zu vergleichen mit dem neuen Bayern-Trainer Niko Kovac. Er hat sehr erfolgreich bei einem nicht auf Rosen gebetteten Verein gearbeitet, wechselte dann zu einem Schwergewicht der Fußballszene, hatte dort einen starken und Anerkennung erregenden Beginn, um dann in eine Negativ-Serie zu schlittern. Die Rede ist vom neuen SVG-Trainer Dennis Erkner. Während aber der Coach in München langsam um seinen Job fürchten muss, sitzt der Übungsleiter am Sandweg fest im Sattel der sportlichen Leitung. Seit ihrem Amtsantritt – wieder eine Kongruenz – sind jetzt 100 Tage vergangen. In der Regel gilt diese Spanne als kritiklose Zeit, in welcher der Trainer Gelegenheit hat, seine Handschrift zu hinterlassen. Gökick sprach mit Dennis Erkner.

100 Tage SVG-Trainer. Wie fällt deine Bilanz als SVG-Trainer aus?

„Genau wie die sportliche Bilanz: sehr gemischt. Wir haben super angefangen mit vier Siegen in Folge und mussten jetzt vier Niederlagen in Folge einstecken. Das ist schon frustrierend, aber auf der anderen Seite auch absolut erklärbar. Wir starten also wirklich gut mit vier deutlichen Siegen. Und auf einmal – das kann wohl keiner mehr hören, weil es wie eine Ausrede klingen mag – kamen die ganzen Ausfälle. Fast auf einen Schlag. Robin Hartwig, Florian Evers, Alex Mut, Manuel Neumeister, und Lamine Diop verletzungsbedingt, Yannick Hogreve und Lennert Sieburg studienbedingt, Kevin Hühold usw. usw. – insgesamt zehn Leute sind uns innerhalb von 10 Tagen weggebrochen. Zusätzlich zu den zwei Dauerverletzten. Dann trainierst du auf einmal nur mit zehn, statt mit zwanzig Spielern und das konnten wir bis jetzt einfach nicht kompensieren. Die Spieler fehlen ja nicht nur im Spiel als Leistungsträger, sondern auch im Training, um den Konkurrenzdruck zu erhöhen oder praxisnahe Übungen zu ermöglichen. Die zehn Jungs, die noch übrig sind, wissen ohnehin, dass sie am Wochenende spielen werden. Und schon fährt das Unterbewusstsein ein wenig die Leistungsbereitschaft herunter, das ist ganz natürlich.

Hat sich deine persönlichen Bilanz der ersten 100 Tage mit deinen Erwartungen vor der Saison gedeckt?

„Nein. Es ist ganz schwierig als Trainer der SVG aktuell. Die letzte Saison, die so katastrophal verlief, steckt noch in den Köpfen der Spieler, die dageblieben sind. Das merkt man besonders nach dem ersten Gegentreffer, mit dem ersten Fehlpass, mit dem ersten Misserfolg am Wochenende. Dann ist nicht Trotz die Reaktion, sondern Frust. Dann ist es schwer, so ein Ding noch zu drehen. Wir haben insgesamt genügend individuelle Qualität, um in der Liga jede Mannschaft zu schlagen. Wenn die aber in großen Teilen wegbricht, dann wird es sehr schwer, weil wir uns nicht nur sportlich, sondern auch mental wiederfinden müssen. Dass wir guten Fußball in schwierigen Phasen durch Tugenden wie Kampf oder Einsatzbereitschaft ersetzen, gelingt uns momentan einfach noch nicht. Daran arbeiten wir noch.“


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