04.11.2019

Zeitungsbote stellt kurz vor Schluss zu: JSG Schwarz-Gelb erkämpft sich beim 1:1 wichtigen Punkt in Petershütte

A-Jugend-Landesliga: TuSpo Petershüttte - JSG Schwarz-Gelb 1:1 (1:0)

„Verdammte Scheiße! Was für ein beschissener Kreisligafußball! Warum probiere ich EINE Minute vor der Halbzeit eine neue Freistoßvariante am eigenen Sechzehner aus und daddele auf dem Acker mit nem Querpass da rum. So ein verf****** Dreck!“ Moin zusammen, hier das Gedächtnisprotokoll des Ausrasters von Trainer DV12, der kurz vor dem Halbzeitpfiff gemeinsam mit Kollege Timo Ziegler den 0:1 Rückstand beim favorisierten TuSpo Petershütte hinnehmen musste. Das ist hier noch die geschönte Version der emotionalen Eruption, an deren Ende die Bandenwerbung der gewiss unschuldigen Pizzeria Milano mit einem saftigen Tritt physische Malträtierung erfahren musste. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten unsere Schwarz-Gelben auf dem tiefen Platz nahezu alles richtig gemacht. Mit einer tiefstehenden Fünferkette und einem lauffreudigen Mittelfeld wurde dem Gegner die Spielfreude genommen und die provozierten langen Bälle souverän abgelaufen.

Von Daniel Vollbrecht, JSG Schwarz-Gelb

Plötzlich jedoch das böse Erwachen: der ansonsten überragende Bjarne Klimaschewski hatte eine Eingebung, schnappte sich als Innenverteidiger den Ball und führte einen Freistoß auf der linken Abwehrseite aus. Anstatt den Ball jedoch wie besprochen in Richtung McDonalds zu dreschen, wurde der gepflegte Querpass vor dem Strafraum gesucht. Dieser versumpfte irgendwo im Matsch und Johannes Riepenhausen, Torwart und Lieblingsspieler unseres Zeugwarts Volker, kickte das Leder direkt in die Füße des einschussbereiten Stürmers. Doch Johannes wäre nicht Fan des VfL Bochum, wenn er nicht die gleiche Moral wie der angeschlagene Revierklub besäße, in einer schwierigen Lage umgehend wieder aufzustehen und fortan alles für den Erfolg zu tun. In der zweiten Hälfte lieferte er ebenso wie Kollege Bjarne ein einwandfreies Spiel ab, rettete zweimal in höchster Not, während zur Beschreibung der Performance von Bjarne nur folgendes Tautogramm taugt: „Bissiger Bjarne bietet bestem Blayer Betershüttes beinahe beste Baroli“ - übersetzt: Hütte-Star Fynn Kleeberg fand in unserer Nummer 21 seinen Meister, wobei man ihn natürlich nie komplett ausschalten kann.


Mal wieder ein Rückstand zur Pause und die Befürchtung der mitgereisten Fanschar Ritterbusch, Bertram, Arnecke und Önder, die JSG würde sich erneut ihrem Schicksal ergeben, ließen böse Wolken der Erinnerung an die Pleiten der vergangenen beiden Wochen am Firmament aufziehen. Aber heuer stand eine andere Mannschaft auf dem Platz: ein Team, in dem jeder für jeden kämpft, auch wenn es mit dem Fußballspielen nicht so unglaublich super funktioniert. Big Man Hindo coachte seine Abwehrkette vorbildlich, auch die Nebenleute Bjarne, #TomHeditzsch17 (zweikampfstärker als jeder Rolltreppendrängler), Ole Casper (ein Tag ohne Gelbe Karte ist ein verlorener Tag), Gerrit Lehmann (Lenglerner Exportschlager) und Julien Arnecke (Vorbereiter des Ausgleichs und quasi fehlerlos am Ball) hielten nach der Pause die Defensive dicht. Auf einmal wurde Petershütte nervös und gestattete uns drei Torchancen: die erste vergab Samed noch freistehend, dann eroberte Hindo im „Eins gegen Vier“-Pressing den Ball, scheiterte jedoch am Torwart. Auch Dexil Onal, mit einem messbaren Leistungssprung in die positive Richtung, sorgte für Gefahr als Stürmer. Zwar blieb ihm erneut das avisierte Fallrückziehertor verwehrt, aber anders als noch zu Saisonbeginn verletzte er bei seinen Offensivsoli keine Mitspieler, sondern holte fast einen Elfmeter raus und rackerte gegen den Ball noch engagierter als jener Wulftener Landwirt, der uns auf der Hinfahrt den Weg aus einer Sackgasse wies: Daniel hatte sich mit Rudis Bus verfahren und stand ratlos vor einer Schranke, die normalerweise nur für nächtlichen Wildwechsel hochgezogen wird.


Die daraus resultierende verspätete Ankunft hatte aber den Vorteil, dass unsere Energie bis in die 95. Minute reichte. Und tatsächlich gelang kurz vor Abpfiff der ersehnte Ausgleich, den wir wie erwünscht unserem Neuzugang Samed Önder widmen: von Julien Arnecke in Szene gesetzt, schnappte sich der Zeitungsbote den Ball, schlug einen Haken und stellte im kurzen Eck zu - 1:1 und lauter Jubel auf der Trainerbank, flankiert von enthusiastischen Schreien Tom Heditzschs, der - mittlerweile ausgewechselt - seine Teamkollegen in den finalen Minuten zum Punktgewinn peitschte. Die letzte Aktion symptomatisch für das ganze Spiel: Langer Ball Petershütte, Rune Ritterbusch rutscht kurz weg, springt aber schnell wieder auf und haut sich mit vollem Körpereinsatz ins Kopfballduell mit dem Gegenspieler. Der Ball glitscht aus dem Gewühl in Richtung Seitenlinie und der Schiedsrichter pfeift ab.


Ein geiles Spiel und ein Lebenszeichen im Tabellenkeller. Nächste Woche gilt es zuhause gegen Vechelde nachzulegen, um möglicherweise die Abstiegsränge zu verlassen. Oder wie Torschütze Samed sagen würde: „Jetzt geh ich nach Hause und ey, die Kälte ist voll in Ordnung.“

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